Asynchrone Kursstellung von Zertifikaten

12.04.2014 - 1 Minute Lesezeit

Man würde meinen, Knock Outs wandern zumindest kurzfristig im Gleichschritt mit dem entsprechenden Basiswert mit. Aber nicht einmal bei extrem liquiden Werten ist dies der Fall. Nehmen wir als Beispiel den Kursverfall im Dax vom 10.April von 13:33 bis 14:16. Im FDax, der für die Kursstellung der Zertifikate laut Auskunft des Emittenten relevant ist, betrug der Verfall in diesem Zeitraum 82 Punkte.

Nun sehe ich mir den Knock-Out Call TD04SX an in diesem Zeitraum. Und sehe einen maximlen Verlust von 83 Cent. So weit so gut, das passt noch sehr gut überein.

Als Gegenstück betrachten wir nun den KO-Put TD04L9. Der hat vom Tief bis zum Hoch nur 77 Cent zugelegt. Ja warum das denn, wollte ich vom Emittenten wissen, der sollte doch um 82 Cent zugelegt haben? Woher diese 5 bzw. sogar 6 Cent Diskrepanz? Die ja irgendjemand einstreicht, dieser Glückliche ist ja sicher nicht der Trader.

Die offizielle Antwort war wieder sehr freundlich und umfangreich, kurz zusammengefasst wurden mir 2 Gründe genannt:

1. seien meine Realpush-Charts (Tick by Tick) wohl nicht korrekt. Ich habe dazu Onvista genutzt, finde aber auch keine Unterschiede zu den Intradaycharts auf der Seite des Emittenten. Also wenn diese Charts nicht die korrekten Kurse anzeigen, dann liegt das wohl am Kurslieferanten. Also dem Emittenten. Insgesamt halte ich diese Begründung für etwas unglücklich, diplomatisch formuliert.

2. beeinflusst selbst in so kurzen Zeiträumen das Aufgeld die Kursstellung. Das Aufgeld setzt sich bei Knock Outs zusammen aus den sogenannten Risikokosten + Finanzierungskosten.

Während man die Finanzierungskosten noch mathematisch herleiten kann, liegen die Risikokosten im Ermessen des Emittenten.

Ich habe mir noch weitere passende Knock-Out Pärchen angesehen, und wie der gemeine Zufall so will, scheint sich dieses Aufgeld nie zu meinen Gunsten auszuwirken.

Transparenz sieht anders aus, kein Vergleich mit Aktien oder CFDs.

Brokerdiskussionen und Fragen zu CFDs, Devisen, Zertifikaten & Co beantworte ich Ihnen gerne auf meinem Expertendesktop.

Lesen Sie passend zum Thema auch den Artikel Kursstellung von Knock Outs verstehen sowie Erstaunliche Aufgelder bei KOs.

Über den Autor

Michael Hinterleitner

Michael Hinterleitner

Bereits mit 16 der Faszination Börse erlegen, wurde Trading neben dem Studium der Wirtschaftswissenschaften zu seiner Hauptbeschäftigung, seit 2006 ist er auch Redakteur und Trader bei GodmodeTrader.de tätig. Sein Fokus: Swing- und News-Trading mit Aktien. Neben der täglichen spannenden Jagd an den Börsen kam 2011 die Idee zu einem neuen Brokervergleich, der nicht nur einen detaillierten Blick hinter die Kulissen erlaubt, sondern auch handfeste Vorteile für Mitglieder bringt. Als Mitbegründer der Vergleichsplattform BrokerDeal.de hat sich Michael Hinterleitner zum Ziel gesetzt, Licht in den Brokerdschungel zu bringen. Er erklärt, worauf es bei der Brokerwahl ankommt, welcher Anbieter für welche Bedürfnisse Sinn macht, und auf welche Unterschiede man bei den Produkten und der Ausführungsqualität achten sollte.

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