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Aktien verkaufen

Aktien verkaufen – Alles, was Sie dazu wissen müssen

aktien-verkaufenDie Wahl des Einstiegszeitpunktes kann über den Erfolg oder Misserfolg einer ganzen Investition entscheiden. Aber nicht nur der Einstieg sollte mit Bedacht gewählt werden, auch der Zeitpunkt des Verkaufs sollte gut überlegt sein. Wer zu früh verkauft, kann sich Gewinne entgehen lassen, wer zu lange zögert, muss unter Umständen Gewinneinbußen hinnehmen. Nachfolgend befassen wir uns mit dem Verkauf von Aktien und damit, was Sie als Aktionär beachten sollten.


Aktien verkaufen – wie geht das?

Aktien können über Broker verkauft werden – börslich oder außerbörslich. In der Regel nimmt ein einzelner Aktienverkauf nur wenige Minuten in Anspruch. Der Verkaufserlös wird spätestens am nächsten Bankarbeitstag dem Abrechnungskonto gut geschrieben. Dennoch gilt es einige Dinge zu beachten.

Um Aktien verkaufen zu können ist zunächst ein Login ins Depot notwendig. Dort sind alle im Bestand befindlichen Wertpapiere aufgeführt – mitsamt Stückzahl, Kaufkurs, Namen und ISIN (Wertpapierkennnummer, ehemals WKN).

Aktien verkaufen wie geht das? Vom Login bis zum Limit

Um eine Aktie zu verkaufen muss nach dem Login ins Depotkonto die Ordermaske geöffnet werden. Dort ist zunächst anzugeben, welche Stückzahl von welcher Aktie verkauft werden soll – z. B. 200 Stück der BMW Vorzugsaktie (BMW Vz.), ISIN DE0005190037.

Im nächsten Schritt wird der gewünschte Börsenplatz ausgewählt – z. B. Xetra. Die meisten Broker zeigen alle verfügbaren Börsenplätze in einer Übersicht an. Es empfiehlt sich grundsätzlich, den Handelsplatz mit der höchsten Liquidität (Tagesumsätze in der zu verkaufenden Aktie) zu wählen.

Anschließend wird ein Limit festgelegt. Das Limit gewährleistet, dass der Verkauf nicht durch einen unglücklichen Zufall zu einem sehr ungünstigen Kurs erfolgt, was bei liquiden Aktien wie der BMW Vorzugsaktie zwar sehr unwahrscheinlich, aber theoretisch möglich ist. Werden Aktien verkauft, wird das Limit etwas unterhalb des aktuellen Kurses angesetzt. Notiert die BMW Vorzugsaktie z. B. bei 75 €, kann ein Limit bei 74,50 € eingerichtet werden.

Aktien verkaufen oder Depot übertragen

Im letzten Schritt wird die Order durch die Eingabe einer TAN autorisiert und an die Börse weitergeleitet. In der Regel erfolgt der Verkauf der Aktien am selben Tag, der Erlös wird dem Verrechnungskonto gut geschrieben und die Transaktion auf den Depotauszügen vermerkt. Anfallende Ertragssteuern aus Kursgewinnen werden ggf. direkt durch den Broker eingeführt.

Um Aktien verkaufen zu können muss sich keine Liquidität auf dem Verrechnungskonto befinden, da die Transaktions- und ggf. Limit-Gebühren durch den Verkaufserlös gedeckt sind. Es ist nicht notwendig, Aktien zu veräußern, weil ein Depot bei einem anderen Broker eröffnet werden soll – dazu kann ein Depotübertrag genutzt werden.


Wie lange sollten Aktien gehalten werden?

Auf diese Frage lässt sich zunächst einmal keine pauschale Antwort geben. Wie lange Sie Ihre Wertpapiere halten sollten, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören beispielsweise Ihre persönlichen Renditeerwartungen und der Zeitraum, an dem Sie das angelegte Geld entbehren können. Wollen Sie schnelle Gewinne erzielen, dann suchen Sie nach Wertpapieren, bei denen in naher Zukunft ein deutlicher Kursanstieg zu erwarten ist. Dies kann zum Beispiel bei jungen Unternehmen der Fall sein, die eine vielversprechende Neuerung auf den Markt bringen.

Wer dagegen auf größere Gewinne aus ist und auf das investierte Geld länger verzichten kann, ist mit Langzeitaktien gut bedient. Wer die Möglichkeit hat, das eigene Kapital auf lange Sicht zu investieren, kann Kursschwankungen besser verkraften als es bei einem Kurzfristtrader der Fall ist. Ein Langzeitanleger muss meist nur lange genug auf den nächsten Kursanstieg warten und kann sogar einen größeren Gewinn erzielen als bei einem schnellen Verkauf.

Welchen Anlagezeitraum Sie auch wählen, es ist immer wichtig, sich gut in dem Markt auszukennen in den Sie investieren wollen. Wirtschaftsmagazine und Nachrichten stellen eine gute Informationsquelle dar sowie seriöse Online-Finanzportale. Schauen Sie sich auch die Geschäftszahlen eines Unternehmens, das Sie interessiert, ganz genau an und befassen Sie sich eingehend mit den historischen Kursverläufen.


Es ist nicht einfach, den perfekten Verkaufszeitpunkt zu finden und wer Aktien verkaufen möchte, kann sich im Grunde nie vollkommen sicher sein, mit seiner Entscheidung richtig zu liegen. Eine Erfolgsgarantie gibt es beim Trading nicht und selbst jahrelang erfahrene Anleger liegen mit ihren Handelsentscheidungen nicht immer richtig.

Wann Aktien verkaufen oder halten?

SolltIcon Uhren Sie Aktien in der gegenwärtigen Situation verkaufen oder halten? Die stets aktuelle Gretchenfrage für Aktionäre lässt sich nie pauschal beantworten. Es gibt aber sinnvolle Handlungsempfehlungen, mit der die Marktsituation und die eigene Risikobereitschaft berücksichtigt werden können.

Aktien verkaufen oder halten? Gewinne sichern UND laufen lassen!

Wer Aktien besitzt, profitiert nicht nur von den Gewinnen, die durch den Wertzuwachs erzielt werden können sondern in der Regel auch von den Dividenden, die Aktiengesellschaften regelmäßig an ihre Aktionäre auszahlen.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Aktien zu verkaufen? Eine Aktie sollte verkauft werden, wenn sie nicht mehr den Erwartungen bzw. den Kriterien der angewandten Strategie entspricht. Wurde eine Aktie aufgrund ihrer hohen Dividendenrendite gekauft und bietet sie nach drei Jahren noch immer eine höhere Dividendenrendite als die Papiere der Wettbewerber, sind Kursgewinne allein kein Grund, die Aktie zu verkaufen.

Viele Anleger fürchten sich davor, erzielte, aber noch nicht realisierte Kursgewinne durch einen Rücksetzer der Aktie wieder zu verlieren und verkaufen deshalb Aktien, die sich markttechnisch und fundamental in einer ausgezeichneten Verfassung befinden. In diesem Fall kann ein Stop-Loss bzw. Trailing Stop Loss eine Option darstellen. Damit werden Kursverluste begrenzt bzw. künftige, weitere Kursgewinne dynamisch abgesichert.

Wann Aktien verkaufen? Wenn sie Verluste einbringen oder es bessere gibt!

Hat sich eine Aktie dagegen schlecht entwickelt, sollte sie auf den Prüfstand gestellt und ggfs., verkauft werden. Viele Anleger trauern den erlittenen Verlusten nach und scheuen deren Realisierung. Das ist Selbstbetrug, weil die Verluste auch ohne den Verkauf schon angefallen sind.

Anleger sollten Aktien verkaufen, bevor der Verlust in einer einzelnen Position zu groß wird – am besten durch die Einrichtung eines Stop Loss direkt beim Kauf. Außerdem bietet sich ein Verkauf an, wenn es – technisch oder fundamental betrachtet – bessere Aktien gibt, in die mit dem Kauf freiwerdende Liquidität investiert werden kann.


Ist es sinnvoll, eine Aktie mit Verlust zu verkaufen?

Geschäftmann schockiert wegen Verlust Auch diese Frage lässt sich nicht allgemein beantworten und jeder Fall sollte im Einzelnen betrachtet werden. Zunächst einmal hängt die Entscheidung davon ab, ob Sie auf lange oder eher kurze Sicht investieren wollen. Wie wir bereits erwähnt haben, können bei langfristigen Anlagen Kurseinbußen wieder ausgeglichen werden, wenn der Aktionär lange genug wartet. Natürlich kann der Aktienkurs auch auf lange Sicht immer weiter sinken, aber ein Trader mit kürzerem Anlagehorizont ist schneller unter Druck, eine Entscheidung zu fällen.

Auch kommt es auf die Höhe der Verluste an und darauf, wie viel Sie bereit sind, in Kauf zu nehmen. Weiterhin ist die voraussichtliche zukünftige Kursentwicklung von Bedeutung. Lesen Sie die Prognosen der Handelsexperten, warten Sie auf die neuesten Geschäftszahlen oder beobachten Sie wirtschaftliche Entwicklungen. Mit genügend Hintergrundwissen können Sie einen guten Eindruck darüber bekommen, ob es sich lohnt, eine verlustreiche Aktie weiterhin zu halten oder ob es besser wäre, sie abzustoßen.


Fallen beim Aktienverkauf Kosten an?

Ordergebühren

Wer Aktien kaufen oder verkaufen möchte, zahlt für jede Transaktion eine Ordergebühr. Diese ist je nach Broker oder Finanzinstitut unterschiedlich und es lohnt sich, einen Brokervergleich zu realisieren, denn die einzelnen Kostenpunkte können sich teils deutlich unterscheiden.

Abgeltungssteuer

Ein wichtiger Punkt im Zusammenhang mit dem Verkauf von Aktien stellt auch die Abgeltungssteuer dar. Seit dem Jahr 2009 wird in Deutschland eine Steuer auf Kapitalerträge fällig. Dazu gehören auch beispielsweise Dividenden oder realisierte Kursgewinne. Die Höhe der Steuer liegt pauschal bei 25 Prozent und wird von den meisten deutschen Brokern direkt einbehalten. Sind die Broker im Ausland ansässig, dann kann es sein, dass sich der Anleger selbst um die Versteuerung kümmern muss. Bei der Abgeltungssteuer gilt ein Jahresfreibetrag von 801 Euro pro Person. Für Verheiratete gilt ein Freibetrag von 1.602 Euro.


Welche Orderarten gibt es beim Aktienverkauf?

Wer mit Aktien handeln möchte, sollte die wichtigsten Orderarten kennen. Alleine zum Verkauf von Aktien gibt es zahlreiche verschiedene Ordertypen und nachfolgend wollen wir Ihnen die bekanntesten zeigen.

Market Order: Sofortige Ausführung der VerkaufSorder zum bestmöglichen Preis

Eine Market Order wird sofort zum aktuell verfügbaren Kurs ausgeführt. Diese Orderart hat im Vergleich zu anderen Orderarten die höchste Priorität. Des Weiteren wird eine Market Order in jedem Fall ausgeführt.

Zu den Nachteilen einer Market Order gehört der „Slippage-Effekt“. So kann es passieren, dass der tatsächliche Verkaufskurs aufgrund von Kurssprüngen vom erwarteten Kurs abweicht.

SeLL Limit Order: Ausführung der Verkaufsorder unter bestimmten Bedingungen

Wenn Sie zu einem vorteilhaften Kurs verkaufen wollen, geben Sie eine Sell Limit Order auf. Dabei legen Sie fest, zu welchem Mindestkurs Sie verkaufen wollen. Wird eine bestimmte Kursmarke erreicht oder auch überschritten, wird die Order sofort ausgeführt. Bewegt sich der Kurs unterhalb vom Limit, wird die Order nicht ausgeführt. Bei einer Sell Limit Order erfolgt die Ausführung der Verkaufsorder nur wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

Stop-Order: Gewinne sichern, Verluste begrenzen

Bei einer Stop-Order wird ein Verkaufsauftrag dann ausgeführt, wenn sich der Kurs nachteilig entwickelt oder wenn Sie bereits erzielte Gewinne sichern wollen.

Legen Sie einen Stop unterhalb des aktuellen Marktpreises. Sollte sich der Aktienkurs in die unerwünschte Richtung entwickeln, verwandelt sich die Stop-Order automatisch in eine Market Order. Die Order wird dann zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt, sprich die Aktie wird sofort verkauft.

Haben Sie ein Widerstandsniveau erkannt, bei dem sich der steigende Aktienkurs mit großer Wahrscheinlichkeit wieder umkehren wird, so setzen Sie an dieser Stelle ebenfalls eine Stop-Order. Auf diese Weise wird die Aktie automatisch verkauft, wenn der Kurs die Marke erreicht.